Energetische Sanierung eines Mehrfamilienhauses in Münster: Ein umfassender Sanierungsfahrplan
Einleitung: Der Weg zur nachhaltigen Gebäudesanierung
Ein individueller Sanierungsfahrplan bietet eine wertvolle Entscheidungshilfe für die energetische Sanierung von Wohngebäuden. Unser Konzept zeigt auf, wie durch gezielte Maßnahmen die Energieeffizienz eines Gebäudes gesteigert, der Wohnkomfort erhöht, der Wert der Immobilie gesichert und Wärmeverluste reduziert werden können. Anhand konkreter Zahlen wird verdeutlicht, wie Treibhausgasemissionen, insbesondere CO2, reduziert, Heiz- und Warmwasserkosten gesenkt und von Fördermitteln profitiert werden kann. Die Sanierungskosten werden transparent aufgeschlüsselt, um eine klare Übersicht zu bieten.
Besonders interessant ist die Möglichkeit, die Heiz- und Warmwasserkosten erheblich zu senken. Gleichzeitig leistet man einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der globalen Klimaziele, da der Gebäudesektor für über 30 % der CO2-Emissionen verantwortlich ist.
Unser Sanierungskonzept ist auf langfristige Effizienz ausgelegt, mit dem Ziel, mindestens den Effizienzhaus-Standard zu erreichen. Es werden fünf Maßnahmepakete vorgestellt, die aus technischen Gründen und zur Maximierung der Energiekosteneinsparungen in einer bestimmten Reihenfolge umgesetzt werden sollten. Die Maßnahmen sind so konzipiert, dass wiederholte Nachbesserungen vermieden werden. Dennoch sind Alternativlösungen und eine abweichende Reihenfolge möglich, um individuelle Bedürfnisse zu berücksichtigen.
Für detaillierte Informationen zur Wertsteigerung der Immobilie, zur Entwicklung der Bau- und Energiekosten sowie zum Nachverdichtungspotenzial stehen wir gerne in einem persönlichen Gespräch zur Verfügung.
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Ist-Zustand: Analyse der energetischen Schwachstellen
Das untersuchte Gebäude, ein freistehendes Wohngebäude der Gebäudeklasse 5 mit insgesamt 79 Wohneinheiten, wurde 1968 errichtet und weist typische Merkmale seiner Bauzeit auf. Es handelt sich um ein rechteckiges Gebäude mit einem Flachdach, das als Kaltdach konstruiert ist. Diese Bauweise, mit einer hinterlüfteten Dachkonstruktion und minimaler Dämmung, führt zu erheblichen Energieverlusten.
Die Fassade des Gebäudes besteht hauptsächlich aus Klinker, jedoch sind Risse im Mauerwerk und teilweise offene Fugen sichtbar, die Feuchtigkeitseintritt begünstigen. Dies könnte langfristig zu strukturellen Schäden führen und erfordert dringend Maßnahmen zur Instandsetzung. Eine große Loggia, die das Gebäude ziert, stellt durch die herausragenden Deckenplatten eine erhebliche Wärmebrücke dar, was zu zusätzlichen Wärmeverlusten führt.
Die Fenster sind zweifach verglaste Kunststofffenster, die über verschiedene Baujahre hinweg eingebaut wurden. Die Eingangstüren sind in die Fensterbänder der Treppenhäuser integriert und entsprechen dem baujahrestypischen Standard. Die Terrassen- und Balkontüren sind ebenfalls Teil dieser Fensterkonstruktion.
Im Inneren wird das Gebäude über eine zentrale Gasheizungsanlage beheizt, die 2010 installiert wurde. Diese Anlage versorgt insgesamt vier Wohngebäude und befindet sich in einem separaten Heizraum. Von dort aus verteilen gedämmte Leitungen die Wärme in das Kellergeschoss des Wohngebäudes, von wo aus sie über mehrere Steigleitungen in die einzelnen Etagen gelangt. Die Heizkörper sind überwiegend an den Außenwänden angebracht und wurden je nach Eigentümer erneuert. Die Wärmeverteilung erfolgt über ein Zweirohrsystem mit Verteilerpumpe, und die Steuerung der Heizung erfolgt zentral, angepasst an die Außentemperatur, mit einer Nachtabsenkung. Die Warmwasserversorgung ist ebenfalls zentral organisiert, mit vier großen Trinkwarmwasserspeichern, die derzeit erneuert werden.
Die Lüftung des Gebäudes erfolgt manuell über Stoß- und Kipplüftung der Fenster sowie über Schachtlüftungen in den Bädern. Diese manuelle Lüftung ist nicht nur ineffizient, sondern kann auch zu Energieverlusten führen.
Die Eigentümergemeinschaft ist an wirtschaftlichen Sanierungspotenzialen interessiert, um die Energieeffizienz des Gebäudes zu steigern und von möglichen Fördermitteln zu profitieren. Ein Sanierungsfahrplan könnte hier nicht nur helfen, die Energiekosten zu senken, sondern auch den Wert der Immobilie durch gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz erheblich steigern.
Maßnahmen: Schrittweise Verbesserung der Energieeffizienz
Maßnahmenpaket 1: Energieeffiziente Fassade, Fenster und Luftdichtheit (2025)
Das erste Maßnahmenpaket konzentriert sich auf die Verbesserung der Gebäudehülle, um eine signifikante Reduzierung des Energieverbrauchs zu erzielen. Die Maßnahmen umfassen die Sanierung der Fassade, den Austausch der Fenster und die Erhöhung der Luftdichtheit.
Fassade: Die bestehende Fassadenkonstruktion wird zurückgebaut und durch eine neue, energieeffiziente Fassade ersetzt. Diese wird mit einer 16 cm dicken Dämmebene (Wärmeleitgruppe 035) ausgestattet, die außenseitig vollflächig verlegt wird. Diese Maßnahme trägt maßgeblich zur Senkung der Heizkosten bei und sorgt für ein ausgeglichenes Raumklima. Die Kosten für die Fassadensanierung belaufen sich auf 771.200 €, wobei ein 20%iger Zuschuss durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Höhe von 154.240 € verfügbar ist.
Fenster: Alte Fenster werden durch neue Fenster mit einem U‑Wert von 0,95 W/m²K und dreifacher Verglasung ersetzt. Diese modernen Fenster verhindern Zugluft und tragen zur Energieeinsparung bei. Die Gesamtkosten betragen 791.000 €, wobei 400.000 € als Sowieso-Kosten berücksichtigt werden. Auch hier wird ein 20%iger Zuschuss durch die BAFA gewährt, was eine Förderung von 158.200 € bedeutet.
Luftdichtheit: Die Maßnahme zur Erhöhung der Luftdichtheit zielt darauf ab, Lüftungswärmeverluste zu minimieren. Die Kosten für diese Maßnahme betragen 2.000 €, jedoch sind keine spezifischen Fördermittel angegeben.
Dieses Maßnahmenpaket wird im Jahr 2025 umgesetzt und ist entscheidend für die langfristige Energieeffizienz und den Wohnkomfort des Gebäudes.
Maßnahmenpaket 2: Sanierung des Hauptdachs und Dachflächenfenster (2030)
Im Jahr 2030 wird das Hauptdach des Gebäudes erneuert, um die Energieeffizienz weiter zu steigern.
Hauptdach: Das Dach wird mit einer neuen Dämmstärke von 22 cm (Wärmeleitgruppe 035) durch Einblasdämmung versehen. Diese Maßnahme eliminiert Fußkälte im Erdgeschoss und verbessert den Wärmeschutz. Die Investitionskosten belaufen sich auf 42.480 €, mit einer Förderung von 8.496 € durch die BAFA.
Dachflächenfenster: Die Installation neuer Lichtkuppeln mit einem U‑Wert von 1,50 W/m²K reduziert Wärmeverluste. Die Kosten betragen 4.800 €, wobei ebenfalls ein 20%iger Zuschuss von 960 € durch die BAFA zur Verfügung steht.
Dieses Maßnahmenpaket ist ein wichtiger Schritt zur weiteren Reduzierung des Energieverbrauchs und zur Verbesserung des Wohnkomforts.
Maßnahmenpaket 3: Dämmung von Boden und Kellerdecke (2030)
Ebenfalls im Jahr 2030 wird die Dämmung der Kellerdecke vorgenommen.
Boden/Kellerdecke: Die Kellerdecke wird mit einer 10 cm dicken Flächendämmung (Wärmeleitgruppe 032) gedämmt, um Wärmeverluste zu minimieren. Diese Maßnahme kostet 14.160 €, mit einer Förderung von 2.832 € durch die BAFA.
Diese Maßnahme trägt zur Senkung der Energiekosten bei und verbessert das Raumklima im Erdgeschoss.
Maßnahmenpaket 4: Erneuerung der Wohnungseingangstüren und Lüftungssystem (2035)
Im Jahr 2035 liegt der Fokus auf der Verbesserung der Wohnungseingangstüren und der Installation eines modernen Lüftungssystems.
Wohnungseingangstüren: Neue Türen mit einem U‑Wert von 1,30 W/m²K oder die Verbesserung der Dichtungsebene reduzieren Wärmeverluste über das unbeheizte Treppenhaus. Die Kosten betragen 168.000 €, mit einer Förderung von 33.600 € durch die BAFA.
Lüftung: Eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung wird installiert, um eine kontrollierte Wohnraumlüftung zu gewährleisten und die CO2-Konzentration in der Raumluft zu reduzieren. Die Kosten belaufen sich auf 320.000 €, jedoch sind keine spezifischen Fördermittel angegeben.
Diese Maßnahmen verbessern die Luftqualität und den Komfort in den Wohnräumen erheblich.
Maßnahmenpaket 5: Optimierung der Warmwasser- und Heizungsanlage (2040)
Das letzte Maßnahmenpaket im Jahr 2040 umfasst die Modernisierung der Warmwasserbereitung und der Heizungsanlage.
Warmwasser: Der Einbau eines Elektroheizstabs im Warmwasserspeicher, der durch Photovoltaikstrom betrieben wird, macht die Wärmeerzeugung klimafreundlicher. Die Kosten betragen 1.000 €, ohne spezifische Fördermittel.
Heizungsanlage: Eine Luft-/Wasser-Wärmepumpe mit einem Elektro-Heizstab als Zusatzheizung wird installiert, um den Energieverbrauch deutlich zu senken. Die Kosten belaufen sich auf 130.000 €, mit einem Zuschuss durch die BAFA, einschließlich eines Heizungstausch-Bonus.
Diese Maßnahmen tragen zur langfristigen Reduzierung der Energiekosten und zur Erhöhung der Energieeffizienz des Gebäudes bei.
Durch die Umsetzung dieser Maßnahmenpakete wird das Gebäude nicht nur energieeffizienter, sondern auch im Wert gesteigert. Die erheblichen Einsparungen bei den Energiekosten und die verfügbaren Fördermittel machen die Investitionen besonders attraktiv.
Zielzustand: Ein energieeffizientes und zukunftssicheres Wohngebäude
Nach vollständiger Durchführung aller Maßnahmen des Sanierungsfahrplans wird das Gebäude in ein KfW-Effizienzhaus umgewandelt. Dies bedeutet, dass der Energieverbrauch der Bewohner bei gleichbleibendem Heizverhalten erheblich sinkt. Die Eigentümer profitieren von einem gesteigerten Wohnkomfort und der langfristigen Erhaltung des Gebäudewerts. Die jährlichen CO2-Emissionen werden um etwa den Faktor zehn reduziert. Mit diesen Maßnahmen übernehmen die Eigentümer eine Vorbildfunktion und leisten bereits heute einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz. Eine zusätzliche Reduzierung des CO2-Fußabdrucks kann durch die Wahl eines grünen Gas- und Stromanbieters erreicht werden.
Ein Großteil der Wärmeverluste entsteht über die Fassade und die Fenster, die derzeit instandhaltungsbedürftig sind. Das Maßnahmenpaket 1 zielt darauf ab, die Lebensdauer der Fassade zu verlängern und gleichzeitig die Wärmeverluste zu senken. Besonders die angrenzenden Wohneinheiten profitieren von den Verbesserungen im unteren und oberen Gebäudeabschluss. Die Erhöhung der Luftdichtheit, insbesondere bei Türen, sowie die Installation von Lüftungsanlagen sind zwar kostenintensiv, werden jedoch zugunsten einer umfangreichen Heizungsoptimierung priorisiert, um eine hohe Anlageneffizienz und langfristig niedrige Energiekosten zu gewährleisten.
Neben der Energieeinsparung, der Reduzierung von Treibhausgasen und der Senkung der Heizkosten bietet die energetische Sanierung des Hauses weitere Vorteile:
Der thermische Komfort wird erheblich verbessert, da unangenehme Zugluft durch dichtere Türen und Fenster verhindert wird. Die Dämmung von Wänden und Dach trägt ebenfalls zur Behaglichkeit bei. Im Sommer schützt eine verbesserte Dämmung und Verschattung der Dach- und Fassadenfenster vor Überhitzung. Der Schallschutz wird durch dichte Türen und Fenster sowie durch Dämmstoffe erhöht, was zu einer ruhigeren Wohnumgebung führt.
Die Wohngesundheit wird durch gedämmte, warme Bauteile und eine gesicherte Lüftung verbessert, was ein gesundes Raumklima ohne Feuchtigkeit, Schimmel und Wohngifte gewährleistet. Der Immobilienwert steigt, da der Gebrauchswert des sanierten Gebäudes mit neu errichteten Gebäuden mithalten kann, was den Marktwert des Gebäudes gleichzeitig erhöht.
Die Sicherheit wird durch den Einbau neuer Türen und Fenster mit höherer Widerstandsklasse verbessert, was den Einbruchschutz erhöht. Schließlich bietet die Sanierung die Möglichkeit, die architektonische Qualität und äußere Erscheinung des Gebäudes nach den Wünschen der Eigentümer zu gestalten, beispielsweise durch die Wahl der Fassadenfarbe oder des Fensterdesigns.
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Fazit: Ein zukunftsweisender Sanierungsfahrplan für nachhaltigen Erfolg
Zusammengefasst bietet der Sanierungsfahrplan eine umfassende Verbesserung der Energieeffizienz und des Wohnkomforts, während er gleichzeitig finanzielle Vorteile durch Fördermittel und Energieeinsparungen sowie eine Wertsteigerung der Immobilie ermöglicht. Der Vergleich des Zielzustands mit dem Ist-Zustand zeigt eine deutliche Verbesserung der energetischen Performance des Gebäudes. Die geplanten Maßnahmen versprechen nicht nur eine signifikante Reduzierung der CO2-Emissionen, sondern auch eine erhebliche Senkung der Energiekosten und eine Steigerung des Wohnkomforts. Durch die Umsetzung des Sanierungsfahrplans wird das Gebäude zukunftssicher gemacht und leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Die Eigentümer profitieren von einem erhöhten Immobilienwert und einer nachhaltigeren, komfortableren Wohnumgebung.
Verfasst am 30. August 2023.
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Kundenmeinungen
4,89 von 5 Sternen auf SHOPVOTE und Google aus 67 Bewertungen (167 insgesamt). Hier eine kleine Auswahl von Kundenmeinungen:
SF aus Rheine
5.00 von 5 Sternen
Unser Sanierungsfahrplan wurde von einer sehr freundlichen, kompetenten und auch mitdenkenden Mitarbeiterin erstellt. Es blieben keine Fragen offen. Wir möchten uns für die Beratung und Erläuterungen herzlich bedanken und kommen bei weiterer Gelegenheit gerne wieder auf euch zu.
vincenzo penna
4.00 von 5 Sternen
Sehr freundlich und alles hat geklappt wie ich gedacht habe …Auf jedenfall weiter emfehlen.…
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