Energetische Sanierung eines Wohngebäudes in Greven: Ein Sanierungsfahrplan für die Zukunft
Einleitung: Ein Wegweiser zur nachhaltigen Modernisierung
In unserer Fallstudie präsentieren wir einen detaillierten Sanierungsfahrplan, der als wertvolle Entscheidungshilfe für die Optimierung von Immobilien dient. Dieser Plan zeigt anhand konkreter Zahlen, wie Treibhausgasemissionen, insbesondere CO2, reduziert und gleichzeitig Heiz- und Warmwasserkosten gesenkt werden können. Zudem werden die vielfältigen Fördermöglichkeiten aufgezeigt, die finanzielle Vorteile bieten. Neben der Energieeinsparung besteht auch die Möglichkeit, die Miete bei gleichbleibender Warmmiete zu erhöhen, was zur Wertsteigerung der Immobilie beiträgt. So leistet das Gebäude einen bedeutenden Beitrag zur Erreichung der globalen Klimaziele, indem die CO2-Emissionen im Gebäudesektor um mehr als 30 % reduziert werden.
Während der Erstellung des Sanierungskonzeptes wurde festgestellt, dass der energetische Standard des Gebäudes, das sich in einer typischen Bauweise befindet, auf einem mittleren Niveau liegt. Zusätzliche Dämmmaßnahmen oder der Austausch von Fenstern bieten bei den aktuellen Energiepreisen kein optimales Kosten-Nutzen-Verhältnis. Daher liegt der Fokus auf der Anlagentechnik. Hier stehen vor allem potenzielle Nahwärmeangebote oder die Installation einer eigenen Heizanlage, möglicherweise in Kombination mit Photovoltaik-Strom, zur Auswahl. Aufgrund der höheren Unabhängigkeit von Energiepreisschwankungen wird ein Hybrid-Heizsystem empfohlen, während Dämmmaßnahmen idealerweise bei Instandhaltungsbedarf in der Zukunft umgesetzt werden sollten.
Die Anschlusskosten für Nah- oder Fernwärmeangebote sind zwar geringer, jedoch führt dies zu einer stärkeren Abhängigkeit vom Versorger, der eine Art Monopolstellung einnimmt. Zudem senken Nah- und Fernwärmeangebote den Wärmebedarf weniger stark. Für detaillierte Informationen zu Heizkonzepten, technischen und gesetzlichen Restriktionen, der Wertentwicklung der Immobilie sowie zur Energiepreisentwicklung stehen wir gerne in einem persönlichen Gespräch zur Verfügung.
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Der Ist-Zustand: Ausgangspunkt mit Potenzial
Der Ist-Zustand des Gebäudes vor der Sanierung zeigt eine typische Ausgangssituation für viele Immobilien aus den späten 1990er Jahren und bietet zahlreiche Möglichkeiten zur Verbesserung der Energieeffizienz und Wertsteigerung durch einen gezielten Sanierungsfahrplan.
Das freistehende Wohngebäude mit acht Wohneinheiten, von denen zwei im Erdgeschoss als Praxisräume genutzt werden, wurde 1999 errichtet. Es ist zweigeschossig mit einem Staffelgeschoss und besitzt ein Zeltdach mit gedämmter Kehlbalkenlage. Die rechteckige Form des Gebäudes und die großen Fensterflächen prägen das Erscheinungsbild. Die Gebäudehülle besteht aus einem einschaligen Wandsystem mit Hochlochziegel und Mineralputz, was Potenzial für die Anbringung eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS) bietet.
Die Fenster sind aus Holz mit zweifacher Verglasung und entsprechen dem Standard des Baujahres. Die Eingangstüren, sowohl zur Wohnung als auch zum Treppenhaus, sind ebenfalls baujahrestypisch und könnten von einer energetischen Modernisierung profitieren. Der unbeheizte Dachraum über der Kehlbalkenlage und die ungedämmte Kellerdecke bieten weitere Ansatzpunkte für energetische Verbesserungen.
Die zentrale Gasheizung, die ebenfalls aus dem Baujahr stammt, versorgt sowohl die Heizkörper als auch die Warmwasserbereitung. Die Wärmeverteilung erfolgt über ein Zweirohrsystem, und Thermostatventile an den Heizkörpern ermöglichen eine raumspezifische Temperaturregelung. Die manuelle Lüftung über Fenster lässt Raum für die Integration moderner Lüftungssysteme, die den Energieverbrauch weiter senken könnten.
Die Eigentümergemeinschaft ist besonders an wirtschaftlichen Sanierungspotenzialen interessiert, die sowohl den gesetzlichen Anforderungen entsprechen als auch durch Fördermittel unterstützt werden können. Die Modernisierung bietet nicht nur die Chance auf erhebliche Energieeinsparungen, sondern auch auf eine deutliche Wertsteigerung der Immobilie. Ein durchdachter Sanierungsfahrplan wird hier die Grundlage schaffen, um die energetische Gesamtqualität des Gebäudes nachhaltig zu verbessern und die finanziellen Vorteile optimal zu nutzen.
Maßnahmen zur energetischen Optimierung
Maßnahmenpaket 1: Installation einer Hybrid-Wärmepumpe für Warmwasser und Heizung (2023)
In diesem ersten Schritt des Sanierungsfahrplans wird eine Hybrid-Wärmepumpe in das bestehende Heizsystem integriert. Diese innovative Technologie ermöglicht es, sowohl Warmwasser als auch Heizungswärme effizient zu erzeugen. Durch die Kombination mit der bestehenden Gasheizung wird ein bivalenter Betrieb ermöglicht, bei dem die Wärmepumpe den Großteil der Heizlast übernimmt und die Gasheizung bei Spitzenlasten unterstützt. Diese Maßnahme erfordert eine sorgfältige Abstimmung der Regelungssysteme beider Heizungen, um maximale Effizienz zu gewährleisten. Die Investitionskosten belaufen sich auf 51.000 €, wobei 24.000 € als Sowieso-Kosten anfallen. Dank der verfügbaren Fördermittel in Höhe von 15.300 € wird die finanzielle Belastung erheblich gemindert. Die Umsetzung dieser Maßnahme im Jahr 2023 verspricht nicht nur eine Reduzierung der Heizkosten, sondern auch eine signifikante Verringerung der CO₂-Emissionen, was sowohl ökologisch als auch ökonomisch vorteilhaft ist.
Maßnahmenpaket 2: Integration von Photovoltaik und Heizstab zur Energieversorgung (2026)
Im Jahr 2026 wird das Dach des Gebäudes optimiert und eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 12 kWp installiert. Diese Anlage erzeugt sauberen Solarstrom, der für die Heizung und Warmwasserbereitung genutzt wird. Ergänzend dazu wird ein Elektro-Heizstab installiert, der die Gasheizung ersetzt und bei Bedarf die Wärmepumpe unterstützt. Die Dämmung der obersten Geschossdecke wird überprüft und gegebenenfalls mit einer 14 cm starken Dämmschicht verbessert. Die Gesamtkosten für dieses Maßnahmenpaket betragen 28.240 €, wobei 500 € als Sowieso-Kosten berücksichtigt werden. Fördermittel in Höhe von 1.050 € stehen zur Verfügung, um die Investition zu erleichtern. Diese Maßnahmen tragen nicht nur zur Senkung der Energiekosten bei, sondern fördern auch die Nutzung erneuerbarer Energien und leisten einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz.
Maßnahmenpaket 3: Dämmung der Boden- und Kellerdecke (2027)
Im Jahr 2027 wird die Kellerdecke bzw. Bodenplatte des Gebäudes mit einer 12 cm starken Dämmung (WLG 035) versehen. Alternativ besteht die Möglichkeit, im Erdgeschoss einen neuen Fußbodenaufbau mit erhöhter Dämmstärke zu realisieren. Diese Maßnahme, die Investitionskosten von 11.500 € verursacht und keine Sowieso-Kosten beinhaltet, wird mit Fördermitteln von 2.600 € unterstützt. Die Dämmung der Boden- und Kellerdecke eliminiert die unangenehme Fußkälte im Erdgeschoss und erhöht den Wohnkomfort erheblich.
Maßnahmenpaket 4: Austausch von Fenstern und Installation einer Lüftungsanlage (2035)
Im Jahr 2035 erfolgt ein umfassender Austausch der Fenster durch moderne, dreifach verglaste Modelle mit einem U‑Wert von 0,95 W/m²K. Zusätzlich wird eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung (WRG: 90 %) installiert, die für eine effiziente Belüftung sorgt und gleichzeitig die Wärmeverluste minimiert. Die Investitionskosten für diese Maßnahme belaufen sich auf 92.800 €, wobei 61.794 € als Sowieso-Kosten anfallen. Dank der Fördermittel in Höhe von 19.260 € wird die finanzielle Belastung reduziert. Diese Maßnahmen verhindern Zugluft, gewährleisten eine sichere Abfuhr von Feuchtigkeit und tragen zu einem angenehmen Raumklima bei.
Maßnahmenpaket 5: Fassadensanierung zur Verbesserung der Energieeffizienz (2035)
Ebenfalls im Jahr 2035 wird die Fassade des Gebäudes mit einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) und einer 14 cm starken Dämmung (WLG 035) versehen. Diese Sanierung verbessert die Energieeffizienz des Gebäudes erheblich und wird als Einzelmaßnahme mit 20 % vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. Die Investitionskosten betragen 66.300 €, wobei 8.876 € als Sowieso-Kosten berücksichtigt werden. Fördermittel in Höhe von 12.860 € sind verfügbar, um die Kosten zu senken. Diese Maßnahme sorgt für ein ausgeglichenes Raumklima und erhöht die Behaglichkeit in allen Räumen.
Zielzustand: Ein Effizienzhaus der Zukunft
Nach der vollständigen Umsetzung des Sanierungsfahrplans wird das Gebäude den Standard eines KfW-Effizienzhauses 70 erreichen. Dies bedeutet, dass der Energieverbrauch erheblich reduziert wird, während der Wohnkomfort für die Bewohner deutlich steigt. Die energetische Sanierung umfasst Maßnahmen, die den Energiebedarf des Gebäudes senken, wie die Installation moderner, energieeffizienter Fenster und Türen, die Verbesserung der Dämmung der Kellerdecke und der Außenwände sowie die Erneuerung der Heizungsanlage.
Durch die Integration eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS) an den Außenwänden werden die Wärmeverluste minimiert, was zu einer spürbaren Senkung der Heizkosten führt. Die alte Gaszentralheizung wird durch eine moderne, energieeffiziente Heiztechnik ersetzt, die nicht nur den Energieverbrauch senkt, sondern auch den CO2-Ausstoß des Gebäudes erheblich reduziert. Dies trägt nicht nur zum Klimaschutz bei, sondern ermöglicht es den Eigentümern auch, von staatlichen Fördermitteln zu profitieren, die speziell für energetische Sanierungen zur Verfügung stehen.
Ein weiterer Vorteil der Sanierung ist die deutliche Steigerung des Immobilienwertes. Ein Gebäude, das den modernen Energieeffizienzstandards entspricht, ist auf dem Immobilienmarkt attraktiver und kann mit Neubauten konkurrieren. Dies sichert den langfristigen Werterhalt und kann bei einem möglichen Verkauf oder einer Vermietung des Gebäudes zu höheren Erlösen führen.
Zusätzlich zur finanziellen Entlastung durch reduzierte Energiekosten und die Möglichkeit, Fördermittel in Anspruch zu nehmen, profitieren die Bewohner von einem verbesserten Wohnklima. Die neuen Fenster und die optimierte Dämmung sorgen für eine gleichmäßigere Wärmeverteilung und reduzieren Zugluft, was den Wohnkomfort erheblich steigert.
Fazit: Ein zukunftsweisender Schritt für Nachhaltigkeit und Wertsteigerung
Der Sanierungsfahrplan für das Wohngebäude in Greven stellt eine umfassende und strategische Herangehensweise dar, um den Ist-Zustand des Gebäudes in einen modernen, energieeffizienten Zielzustand zu transformieren. Die geplanten Maßnahmen versprechen nicht nur eine erhebliche Reduzierung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen, sondern auch eine signifikante Steigerung des Wohnkomforts und des Immobilienwertes.
Durch die schrittweise Umsetzung der Maßnahmenpakete, beginnend mit der Integration einer Hybrid-Wärmepumpe und der Installation einer Photovoltaikanlage, wird das Gebäude auf den neuesten energetischen Stand gebracht. Die nachfolgenden Maßnahmen zur Dämmung und Modernisierung der Fenster und Lüftungssysteme tragen weiter zur Verbesserung der Energieeffizienz bei und stellen sicher, dass das Gebäude den Anforderungen eines KfW-Effizienzhauses 70 entspricht.
Die Nutzung von Fördermitteln und die langfristige Senkung der Energiekosten machen die Investitionen besonders attraktiv und wirtschaftlich sinnvoll. Die Eigentümergemeinschaft übernimmt mit diesem Sanierungsfahrplan eine Vorbildfunktion im Bereich der nachhaltigen Gebäudemodernisierung und leistet einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz. Insgesamt zeigt der Sanierungsfahrplan, dass eine durchdachte energetische Sanierung nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch ökonomisch vorteilhaft ist, indem sie den Wert der Immobilie steigert und gleichzeitig die Umwelt schont.
Verfasst am 5. November 2023.
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Die Kommunikation war sehr gut. Der Beratungstermin vor Ort war etwas kurz und oberflächlich. Der Sanierungsfahrplan ist sehr ausführlich gehalten. Das Schlussgespräch war in Ordnung.

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